Veggie-Burger = Verbrauchertäuschung?

Veröffentlicht 28. Juli 2019

Das Thema geistert immer wieder durch die Medien und nun soll sich sogar das EU-Parlament damit beschäftigen. Produktbezeichnungen wie vegetarische Currywurst , Burger oder vegetarisches Schnitzel seien angeblich als Verbrauchertäuschung einzuschätzen. Wenn einmal wieder vegetarisches Essen zum politischen Thema wird, gibt es in der Regel nur zwei mögliche Gründe: Die Lobby war am Werk oder – was viel wahrscheinlicher ist – suchte sich ein Politiker ein Thema, um mal wieder in die Medien zu kommen.

Fleischersatzprodukte sind ein Thema, zu dem einfach jeder eine Meinung hat – hat er sich nun mit dem Thema beschäftigt oder auch nicht. Denn wie oft steht man als Vegetarier oder Veganer vor dem Veggie-Regal im Supermarkt und muss sich das Geläster der vorbeiziehenden Mitkunden anhören. „Veggiiiiieeeehhh. Bäh! Und wieso muss das wie ne Wurst aussehen?“

Ja, da möchte man sich gerne umdrehen und den Supermarkt-Kollegen den Herstellungsprozess ihrer geliebten Currywurst aufs Genaueste erläutern.

Nun, warum isst man und frau eigentlich vegetarische Wurst? Kaum einer, der sich entscheidet weniger oder gar kein Fleisch zu essen tut dies, weil es ihm nicht schmeckt. Vielmehr ist es schlecht für Umwelt, Mensch und Tier. Und wenn man den Geschmack heutzutage auch ohne Leid haben kann – warum soll man das dann nicht tun?

Und wenn es ein Produkt nachmachen soll, dann wäre es auch konsequent es  so zu nennen. Oder wäre es nicht gerade Verbrauchertäuschung, wenn man einem vegetarisches Schnitzel einen völlig neuen Namen geben muss obwohl es doch immer noch ein Schnitzel darstellen soll? Da weiß man wenigstens, was man bekommt. Und überhaupt: Was machen wir dann konsequenterweise mit Produkten wie Leberkäse (enthält eher wenig Leber und schon gar keinen Käse), Fleischtomaten oder Meisenknödeln (der Meisenanteil geht wohl hoffentlich gegen Null)?

Münster isst Veggie setzt sich dafür ein, dass Menschen wieder kochen lernen, sich gesund ernähren und dabei immer auch ein Auge auf die Auswirkungen ihrer Ernährungsweise auf Klima, Umwelt, Welthunger und Tiere haben.

Fleisch- und Milchprodukte haben laut Weltklimarat einen Anteil von etwa 30% an den globalen Treibhausgasemissionen. Diese Erkenntnis setzt sich inzwischen erfreulicherweise immer mehr durch, das merken wir an jedem Infostand. Nun, was machen wir jetzt mit unseren EU-Parlamentariern? Bringen wir sie doch wieder dazu, sachlich zu argumentieren, ihre Aufgabe besser zu erledigen, sich von anderen Interessen freizumachen. Schluss mit Massentierhaltung, Ausbeutung von Menschen und Tieren für die finanziellen Interessen von Wenigen.